Normen · August 2026 · 7 Min. Lesezeit

Schleifenimpedanz messen: Die Abschaltbedingung richtig nachweisen

Die Isolationsmessung kennt jeder, die Schleifenimpedanz führt dagegen oft ein Schattendasein - obwohl sie die einzige Messung ist, die beweist, dass im Fehlerfall tatsächlich abgeschaltet wird. Wer nur einen Wert in Ohm ins Protokoll schreibt, ohne den zulässigen Grenzwert daneben, hat streng genommen gar nichts nachgewiesen.

Worum es fachlich geht

Bei einem Körperschluss fließt der Fehlerstrom über den Schutzleiter zurück zur Quelle. Wie groß dieser Strom wird, bestimmt die Impedanz der gesamten Fehlerschleife - Trafo, Außenleiter, Schutzleiter, Übergangsstellen. Die Bedingung für automatische Abschaltung im TN-System lautet vereinfacht:

Zs mal Ia kleiner oder gleich U0, umgestellt: Zs darf höchstens U0 geteilt durch Ia betragen. Dabei ist U0 die Nennspannung gegen Erde (230 V) und Ia der Strom, bei dem das Schutzorgan innerhalb der geforderten Zeit abschaltet.

Die geforderten Abschaltzeiten

Der Auslösestrom je Charakteristik

Ia ist nicht der Nennstrom, sondern der Strom für die magnetische Schnellauslösung. Als obere Grenze der Auslösekennlinie gilt:

Die Zwei-Drittel-Regel. Messgeräte haben eine Messunsicherheit, die bei der Schleifenimpedanzmessung erheblich ist. Bewährte Praxis: Der gemessene Wert sollte etwa zwei Drittel des rechnerischen Grenzwerts nicht überschreiten. Bei B16 heißt das: unter rund 1,9 Ohm ist die Sache klar, zwischen 1,9 und 2,9 Ohm gehört sie genauer betrachtet - entweder mit der geräteeigenen Unsicherheitsangabe oder durch Nachrechnen.

So wird gemessen

Gemessen wird an der Anlage unter Spannung, üblicherweise am ungünstigsten Punkt jedes Stromkreises - also am elektrisch entferntesten Verbraucher oder der letzten Steckdose einer Reihe, nicht an der ersten neben der Verteilung. Weitere Punkte:

Die vier häufigsten Fehler

Was ins Protokoll gehört

Je geprüftem Stromkreis: Bezeichnung, Schutzorgan mit Charakteristik und Nennstrom, gemessene Schleifenimpedanz, daraus abgeleiteter Kurzschlussstrom, zulässiger Grenzwert und Bewertung. Dazu, wie bei jeder Messung, das verwendete Messgerät mit Seriennummer und Kalibrierdatum - warum das kein Formalismus ist, steht im Artikel über die Kalibrierung von Messgeräten.

Die Schleifenimpedanzmessung ist Teil der Erstprüfung und jeder wiederkehrenden Prüfung. Wie sie sich in den Gesamtablauf einordnet, zeigt der Beitrag zur Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600.

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Hinweis: Zusammenfassung ohne Gewähr, maßgeblich sind die Originalnormen (DIN VDE 0100-410 und -600 beziehungsweise OVE E 8101) sowie die Angaben der Hersteller von Schutzorganen und Messgeräten in der jeweils gültigen Fassung. Die Bewertung der Messergebnisse liegt bei der Elektrofachkraft.

Grenzwert steht schon daneben

In PVProtokoll geben Sie den Messwert ein, die App zeigt den zugehörigen Grenzwert und markiert Überschreitungen sofort - im PDF stehen Messwert, Grenzwert und Bewertung nebeneinander. Die ersten drei Prüfbefunde sind kostenlos, ohne Frist.

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