Normen · August 2026 · 7 Min. Lesezeit

RCD-Typen im Überblick: Welcher FI-Schalter wofür - und wie er ins Protokoll gehört

Die Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD, früher umgangssprachlich FI-Schalter) ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag. Doch RCD ist nicht gleich RCD: Je nach Fehlerstromform muss der richtige Typ verbaut sein - und gerade bei Wechselrichtern, Frequenzumrichtern und Ladeeinrichtungen wird das schnell sicherheitsrelevant. Wer prüft, muss den Typ erkennen, bewerten und dokumentieren.

Warum es verschiedene Typen gibt

Ein RCD vergleicht die hin- und zurückfließenden Ströme. Weicht die Summe ab, fließt ein Fehlerstrom - zum Beispiel über einen Menschen - und der RCD schaltet ab. Das Problem: Moderne Betriebsmittel mit Leistungselektronik erzeugen im Fehlerfall keine sauberen sinusförmigen Fehlerströme, sondern pulsierende Gleichfehlerströme oder glatte Gleichfehlerströme. Ein einfacher RCD erkennt diese nicht zuverlässig - schlimmer noch, ein glatter Gleichfehlerstrom kann den Summenstromwandler vormagnetisieren und den RCD funktionsunfähig machen.

Die vier Typen im Vergleich

Sonderfall Wallbox und PV

Bei Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge verlangen die Errichtungsbestimmungen für jeden Ladepunkt einen eigenen RCD mit maximal 30 mA. Kann im Fahrzeug ein glatter Gleichfehlerstrom entstehen, muss entweder ein RCD Typ B gesetzt werden oder ein Typ A in Kombination mit einer Gleichfehlerstrom-Überwachung (RDC-DD mit Abschaltung bei 6 mA DC), die in vielen Wallboxen bereits integriert ist. Genau das gehört ins Prüfprotokoll: Welcher RCD-Typ ist verbaut, ist die 6-mA-DC-Erkennung in der Wallbox vorhanden, wurde die Auslösung gemessen? Bei PV-Wechselrichtern gilt: Die Herstellerangaben im Datenblatt entscheiden, ob ein Typ A ausreicht - viele transformatorlose Wechselrichter haben eine integrierte Fehlerstromüberwachung, die den Typ B entbehrlich macht. Ohne Blick ins Datenblatt ist keine seriöse Bewertung möglich.

Die RCD-Prüfung: Prüftaste allein genügt nicht

Die Prüftaste testet nur die Mechanik des Auslösers - sie sagt nichts über Auslösestrom und Auslösezeit aus. Eine vollständige RCD-Prüfung umfasst deshalb beides:

Typischer Befundfehler. Im Protokoll steht "RCD geprüft: OK" - ohne Typ, Bemessungsdifferenzstrom, Auslösestrom und Auslösezeit. Im Schadensfall ist ein solcher Eintrag wertlos. Dokumentieren Sie je RCD: Typ, IΔn, gemessenen Auslösestrom, Auslösezeit und die Bewertung gegen den Grenzwert.

Häufige Praxisfehler

Hinweis: Zusammenfassung ohne Gewähr, maßgeblich sind die Originalnormen und Herstellerangaben in der jeweils gültigen Fassung. Die Verantwortung für Auswahl, Prüfung und Bewertung liegt bei der Elektrofachkraft.

RCD-Prüfung mit System dokumentieren

PVProtokoll fragt je Prüfung RCD-Typ, Auslösestrom und Auslösezeit strukturiert ab - mit Grenzwert direkt neben dem Messfeld. Das fertige PDF-Protokoll ist in Minuten erstellt, direkt auf der Baustelle.

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