E-Check und Anlagenprüfung kalkulieren: Was die Prüfung wirklich kostet
Viele Elektrobetriebe behandeln Prüfleistungen als Anhängsel: Der Geselle prüft "schnell noch mit", der Aufwand verschwindet in der Montagepauschale, und die Protokollerstellung am Abend zahlt niemand. Dabei ist die Prüfung ein eigenständiges, planbares und margenstarkes Produkt - wenn man sie richtig kalkuliert. Feste Preisempfehlungen gibt es hier bewusst nicht, denn Stundensätze und Marktlage unterscheiden sich regional stark. Die Kalkulationslogik ist aber überall dieselbe.
Die vier Aufwandsblöcke einer Prüfung
- Vorbereitung: Anlagendokumentation sichten, Prüfumfang klären, Termin koordinieren, Anfahrt
- Durchführung: Besichtigung, Messungen, Erprobung - skaliert mit der Anzahl der Stromkreise, RCDs und Endgeräte, nicht mit der Wohnfläche
- Dokumentation: Protokoll erstellen, Messwerte übertragen, Fotos zuordnen, Befund formulieren - der am häufigsten unterschätzte Block
- Nachlauf: Mängel besprechen, Angebot für Behebung, Protokollversand, Wiedervorlage für die nächste Prüfung
Faustregel aus der Praxis: Wer handschriftlich protokolliert und im Büro abtippt, verbraucht für den Dokumentationsblock oft 30 bis 60 Minuten je Prüfung - Zeit, die in keiner Kalkulation auftaucht und die Marge unbemerkt auffrisst.
Preisfaktoren, die den Aufwand treiben
- Anzahl der Stromkreise und Verteiler (wichtigster Einzelfaktor)
- Zugänglichkeit: belegte Steckdosen hinter Schränken, abgehängte Decken, Außenanlagen
- Alter und Dokumentationsstand der Anlage: ohne Pläne dauert alles länger
- Prüfungsart: Erstprüfung, wiederkehrende Prüfung, Prüfung nach Änderung
- Betriebliche Rahmenbedingungen: Prüfung im laufenden Betrieb, Abschaltfenster, Nachtarbeit
Pauschale oder Stundensatz?
Für standardisierbare Objekte (Wohnung, Einfamilienhaus, kleine Gewerbeeinheit) funktionieren Pauschalen nach Anlagengröße meist besser: Der Kunde kennt den Preis vorab, der Betrieb profitiert von jeder Effizienzsteigerung selbst. Stundensätze bleiben sinnvoll bei unbekannten Bestandsanlagen und größeren Gewerbeobjekten - dann aber mit klar definiertem Prüfumfang im Angebot, sonst wird jede Zusatzsteckdose zur Diskussion.
Die Prüfung als Einstieg ins Folgegeschäft
Kalkulieren Sie die Prüfung nie isoliert: Jeder dokumentierte Mangel ist ein potenzieller Reparaturauftrag mit fertiger Begründung, jedes abgeschlossene Protokoll der Aufhänger für die Erinnerung zur nächsten wiederkehrenden Prüfung. Betriebe, die Prüftermine systematisch nachverfolgen, bauen sich planbare, wiederkehrende Umsätze auf - der wertvollste Umsatztyp im Handwerk.
Hinweis: Kalkulationsansätze ohne Gewähr, Preise und Stundensätze sind regional und betrieblich sehr unterschiedlich. Keine Rechts- oder Steuerberatung.
Dokumentationszeit auf Minuten senken
PVProtokoll erstellt das fertige PDF-Protokoll direkt auf der Baustelle - Messwerte, Fotos mit Kommentar und Befund inklusive. Die eingesparte Bürozeit ist bare Marge.
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